Wölfe – Seite 81 – Wolfsmonitor

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Wolfsregion Lausitz: Betroffenem Hobbyschafhalter wurden nun Herdenschutzhunde „angeboten“!

Das Kontaktbüro der Wolfsregion Lausitz informiert mit Datum 8.11.2016 (im Wortlaut):

Tote Schafe bei Cunnewitz

Am 06.11.2016 wurden in Cunnewitz (Landkreis Bautzen), im Territorium des Rosenthaler Rudels, 7 Schafe getötet und 1 Schaf verletzt. Der betroffene Schafhalter hatte bereits am 05.10. und 06.10.2016 insgesamt 32 Schafe bei Wolfsübergriffen verloren. In den beiden vorhergehen Fällen überwand der Wolf ca. 1,40 m hohe Festzäune, im aktuellen Fall wurde ein 1,35-1,50 m hoher Festzaun aus Knotengeflecht überwunden.

Wieder einmal: Wölfe für den Untergang des Abendlandes verantwortlich…

Fast regelmäßig prophezeien einige Interessenverbände der Landwirtschaft nicht weniger als den Untergang des Abendlandes. Zuletzt wurde er mit den geringen Schweine- und Milchpreisen begründet, jetzt sind offenbar die Wölfe daran Schuld.

Und fast immer ist dasselbe Muster erkennbar: Nicht eine Spur des Willens zur konstruktiven Zusammenarbeit ist seitens der Bauernorganisationen in deren Pressemeldungen zu finden, sondern fast immer überbordendes Selbstmitleid und pure Ablehnung. Dabei müssten folgende Umstände eigentlich immer deutlicher werden:

Anstieg um über 10% zum Vorjahr: Alle zwei Minuten ein Wildunfall in Deutschland

Es ist ein trauriger Höchststand, den der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nun meldete. Knapp 263.000 Wildunfälle gab es im Jahr 2015 in Deutschland. Das ist ein Anstieg von über 10% im Vergleich zum Vorjahr.

Täglich gibt es also rd. 720 Wildunfälle in diesem Land. Rechnerisch demnach alle 2 Minuten einen.

Wolfsexpertin Tanja Askani sagte in einem Interview, das Wolfsmonitor im August 2015 mit ihr führte, zu der hohen Zahl an Wildunfällen in Deutschland:

Jägerlatein aus der Oberlausitz

Nicht totzukriegen sind Plattitüden, wie Reinhard Mrosko und der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Bautzen, Lothar Jentschel, sie nun der Bild-Zeitung gegenüber äußerten.

Wölfe hätten den Forst in der Oberlausitz leergefegt. (hier!)

Beide sind deshalb ein gutes Beispiel dafür, warum man die zurückkehrenden großen Beutegreifer besser nicht in die Obhut des Jagdrechtes stellen sollte. Denn ein Abitur – das beweisen beide – scheint kein Garant für das Verstehen tieferer wildbiologischer Zusammenhänge zu sein. Zumindest nicht, wenn das Abitur grün ist.

Yellowstone: Unschuldige Wölfe

Lange Zeit fragten sich Forscher, warum von den 19.000 Wapiti-Hirschen, die es vor 20 Jahren noch im Yellowstone-Nationalpark gab, nicht einmal mehr 4.000 Exemplare leben.

 

Der erste Verdacht, die Wölfe seien Schuld, erhärtete sich jedoch nicht. Die Wölfe, so zeigte sich, beeinflussen die Herde in keiner Weise. Die nähere Untersuchung ergab:

Wolfsmonitor-Vortrag beim „Wildabend“ im Tierpark Nordhorn

Bereits aus Tradition veranstaltet der Tierpark Nordhorn jedes Jahr im Herbst seine „Wildwochen“. In diesem Jahr finden sie in der Zeit zwischen dem 1. und dem 20. November statt, Interessierte sind zum Wildbuffet und einem informativen Vortrag eingeladen.

Mit Freude bin ich der Einladung von Herrn Dr. Kramer gefolgt, zum Auftakt der Wildwochen einen Vortrag über die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland, Niedersachsen und in die deutsch-niederländische Grenzregion zu halten.