Rodewalder Wolfsrüde – Seite 3 – Wolfsmonitor

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NABU, WWF und IFAW: Harsche Kritik am behördlichen Wolfsmanagement beim Rodewalder Rüden

NABU, WWF und IFAW kritisieren die Entscheidung des niedersächsischen Landesumweltministeriums, die Abschussgenehmigung des Rodewalder Wolfsrüden mit der Bezeichnung „GW717m“ erneut zu verlängern. Laut Medienberichten spielt Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies mit dem Gedanken, Wölfe auch ohne individuelle Zuordnung abschießen lassen zu wollen.

Niedersachsen: Schuld sind offenbar immer nur die anderen…

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) verfügte zuletzt zum dritten Mal eine Abschussverlängerung für den Rüden des Rodewalder Wolfsrudels. Den Jägern des Leitwolfes, dessen Fähe in diesen Tagen Nachwuchs erwarten dürfte, ist der Rüde allerdings bisher immer noch nicht vor die Büchse gelaufen. Von Lies hört man unterdessen immer absurdere Forderungen. Weil es kaum möglich sei, einen bestimmten Wolf zu identifizieren, forderte er beispielsweise, dass man darüber nachdenken müsse, die Erlaubnis zum Abschuss von Wölfen ohne individuelle Zuordnung zu ermöglichen (das ist – gelinde gesagt – völlig abwegig und eher ein Zeichen dafür, dass Lies offensichtlich langsam merkt, in welche Bredouille er sich da gebracht hat).

Erneute Abschussverfügung für Rodewalder Wolf ist laut Experte ein „Skandal“

Der bekannte deutsche Wolfsexperte Ulrich Wotschikowsky, u.a. Mitglied der „Large Carnivore Initiative for Europe“, einer Spezialistengruppe der Weltnaturschutzorganisation IUCN, findet sehr deutliche und ungeschminkte Worte auf seinem Blog „Wolfsite – Forum Isegrim“ zur abermaligen Verlängerung der Frist zum Abschuss des Wolfsrüden des Rodewalder Rudels in Niedersachsen. In gleich zwei Beiträgen spricht Wotschikowsky dort von einer fachlich nicht haltbaren Begründung und deshalb von einem „Skandal“,…“ zu keinem anderen Zweck, als endlich einen Wolf töten zu können.“

Abschusserlaubnis wird für beide Wölfe verlängert

Um es noch einmal deutlich zu wiederholen: Die beiden mit dem Ablauf des heutigen Tages auslaufenden Abschussgenehmigungen für die Wölfe mit den wissenschaftlichen Kennungen „GW924m“ (Schleswig-Holstein) und „GW717m“ (Niedersachsen) beschreiben nichts anderes als eklatante Schwächen in den landeseigenen Herdenschutz-Richtlinien und keinesfalls irgendeine Form von „Problemwölfen“. Die beiden Wölfe können somit als politische „Bauernopfer“ angesehen werden. Dennoch oder gerade deswegen werden beide Abschussgenehmigungen wohl nun verlängert.

Abschuss-Entscheidung des OVG: Die Begründung!

Der 4. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts entschied gestern, dass die Ausnahmegenehmigung für die Tötung des Leitwolfs des Rodewalder Rudels rechtmäßig ist. Viele Wolfsfreunde sehen das allerdings aus moralischen Gründen völlig anders. Auf einer entsprechenden Facebook-Seite heißt es zum Beispiel: