August 2016 – Seite 7 – Wolfsmonitor

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49 Hengste ausgebrochen – Gerüchte über Wölfe als Verursacher

Es war nicht anders zu erwarten: Nachdem am Wochenende 49 Junghengste von einer Wiese bei Neuhaus im Solling ausgebrochen waren, musste er früher oder später von irgendwoher geäußert werden: Der Verdacht, dass Wölfe für den Ausbruch der 49 jungen Pferde verantwortlich gewesen seien.

Michael Bertelmann vom Hengstgestüt des Landes Niedersachsen in Hunnesrück bezweifelt jedoch gegenüber der “Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA)” diese Spekulationen.

Worst Practice? – Was Medien manchmal (daraus) machen….

Schrieb ich in meinem letzten Blogbeitrag noch: „Worauf es in der öffentlichen Wolfsdiskussion ankommt, sind Transparenz, Ehrlichkeit und Relationen“(*1), liegt nun ein schönes Beispiel dafür vor, wie ich es eigentlich NICHT meinte.

Schauen Sie sich doch einfach mal die Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbandes zur Hauptalmbegehung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern an. (*2)

Medienreaktionen bei mutmaßlichen Wolfsübergriffen, hier: Cuxhaven!

Solange allein die Mutmaßung, dass ein Wolf irgendwo in Deutschland ein Nutztier, manchmal vielleicht auch nur ein Wildtier (z.B. ein Reh) gerissen haben KÖNNTE, ein solches Medienecho, wie z.B. dieses hier!… zur Folge hat, gehören Wölfe noch nicht zum Alltag in diesem Land.

Denn genauso lange werden engagierte Wolfsschützer versuchen, Märchen und deren Erzähler zu entlarven und Wolfsbedenkenträger jede Gelegenheit nutzen, die großen Beutegreifer in der heutigen Kulturlandschaft als überflüssig zu erklären. Manche von ihnen haben oder schüren sogar Angst.

Ist die Angst vor Hunden gleichzusetzen mit der Angst vor Wölfen?

Ich frage mich zurzeit häufiger, warum es gerade in den Sommerferien so ruhig um Deutschlands Wölfe wird. So war es bereits letztes Jahr und heuer ist es wieder so.

Liegt es allein daran, dass sie ihren noch sehr jungen Nachwuchs in aller Heimlichkeit großziehen oder einfach nur daran, dass viele Journalisten in die Ferien gefahren sind?

Sachsen-Anhalt: Erstmals Wolfsnachwuchs in Zichtauer und Klötzer Forst

Biologin Antje Weber, die das Wolfsmonitoring in der Region durchführt, hat im Altmarkkreis Salzwedel, genauer im Zichtauer und Klötzer Forst, mindestens drei Welpen gesichtet und sie teilweise sogar mit einer Fotofalle im Bild festhalten können.

Damit gibt es nun acht Rudel im Bundesland, nachdem laut Wolfsmonitoringbericht 2014/2015 des Landesamtes für Naturschutz Sachsen-Anhalt im letzten Wolfsjahr sieben Wolfsrudel ausgewiesen wurden.

Synergiepotenzial: Wolfsausstellung begeistert Menschen

Einerseits scheinen es die Mythen und Legenden, andererseits die – oft unbekannten – Fakten rund um den Wolf zu sein, die für viele Menschen Dauer- oder Sonderausstellungen über die Rückkehr der Wölfe so attraktiv machen.

 

 

Denn das Thema ist nach wie vor brandaktuell. Auch in Österreich. Dort haben, so beschreibt Kurt Kotrschal in seinem Bestseller „Wolf-Hund-Mensch“, rund 400 Wolfsrudel Platz, ungefähr gleich viel wie im zehnmal größeren Deutschland. (*1)