Aufgelesen – Seite 45 – Wolfsmonitor

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Hessen: Schäfer sauer über ehrenamtliche NABU-Unterstützung

Zur Vorbereitung auf rückkehrende Wölfe nach Hessen bot die NABU-Landesarbeitsgruppe Wolf kürzlich eine Schulung für ehrenamtliche Herdenschützer im Nationalen Naturerbe „Weinberg Wetzlar“ an. (Wolfsmonitor berichtete, hier der Link!) Die freiwilligen Helfer werden Schäfer künftig auf Anfrage unterstützen, zum Beispiel beim Aufbau von Herdenschutzzäunen.

Schafzüchter Hubert Dissen schüttelt darüber jedoch nur noch sprachlos den Kopf. Ein wolfsdichter Zaun sei eine immense Zusatzbelastung. Das würde mindestens zwei Stunden Mehrarbeit bedeuten und außerdem sei an vielen Stellen so ein Zaun gar nicht machbar. Sauer sei er, für ihn stelle die NABU-Initiative nur eine Ablenkung dar.

NABU – Journalistenpreis geht ins Emsland

Herzlichen Glückwunsch Tobias Böckermann! Der Redakteur der Meppener Tagespost wurde gestern für seinen Beitrag „Der Wolf ist zurück – und nun?“ aus dem Jahr 2015 in der Kategorie „Print“ mit dem Journalistenpreis des NABU „Klartext für Wölfe“ ausgezeichnet!

In der Laudatio für (Landsmann) Böckermann bezog man sich auf die erste Wolfsfähe im Emsland und die Diskussion in der Region darüber, ob der Wolf dort willkommen ist oder nicht. Böckermann schrieb einen sehr gelungenen Artikel darüber. (*1)

Erneuter Wolfsriss einer Kuh im Landkreis Cuxhaven?

Folgende aktuelle Meldung von Nord 24 (NORDSEE-ZEITUNG) reiche ich mal mit einer gewissen Vorsicht weiter: Redakteur Andreas Schoener meldet nämlich, dass ein Wolf eine Herde mit 29 Kühen in Meckelstedt (Geestland, Landkreis Cuxhaven südöstlich des Bederkesaer Sees) angegriffen und dabei ein tragendes Muttertier und ihr Kalb tötete.

Ein zuständiger Wolfsberater verschaffe sich einen Überblick vor Ort. Außerdem sei unklar, ob das Cuxland-Rudel oder ein Wanderwolf für den Vorfall verantwortlich sei. (*1)

Impressionen vom Wolfstag Dübener Heide

Sehr zufrieden zeigte sich Wolfstags-Initiator Torsten Reinsch mit dem am vergangenen Samstag durchgeführten Thementag in Bad Düben. „Auch, wenn wir mit ein paar Leuten mehr gerechnet haben“.

Die Veranstalter hatten diesen von langer Hand vorbereiteten „Wolfstag“ außergewöhnlich kreativ organisiert (Wolfsmonitor berichtete, hier!), zum Beispiel mit Hilfe einer Crowdfunding-Aktion zur Finanzierung des Thementages, der im Bad Dübener Naturparkhaus stattfand.

Sachsen: Erneut springende Wölfe?

Offenbar gibt es in Sachsen auch in diesem Jahr „springende Wölfe“. Das meldet die Sächsische Zeitung heute auf ihrer Online-Plattform „SZ-Online“. Nachdem der oder die vermeintlichen Wölfe in der Nacht zum Mittwoch 12 Schafe einer Herde bei Cunnewitz töteten und 7 weitere schwer verletzten, töteten sie eine Nacht später erneut sechs Schafe. Vier weitere Schafe wurden so schwer verletzt, dass sie später eingeschläfert wurden.

Der betroffene Schäfer war bereits vor etwas mehr als einem Jahr von einem Wolfsübergriff betroffen. Die Höhe des Zauns von ca. 140 cm war scheinbar kein Hindernis für den oder die „Täter“ und wurde augenscheinlich übersprungen.

Schäden durch Wölfe im Vergleich zu Kirschessigfliegen gering!

Werner Eckert von der SWR-Umweltredaktion stellt in einem aktuellen Beitrag fest: „Die Kirschessigfliege kostet mehr als der Wolf“, nämlich alleine im Kirschanbau in Rheinland-Pfalz rund 2 Millionen Euro in diesem Jahr, wie die Bauern dort bezifferten.

Sein Resümee: Die Schäden, die Wölfe in Deutschland verursachten, seien vergleichsweise gering.