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CDU-Fraktion Niedersachsen beantragt Ausschuss-Unterrichtung zu Fotobeweisen

Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen beantragt vor dem Hintergrund der Berichterstattung über zahlreiche Fotobeweise, die eine Gewöhnung von Wölfen aus dem Munsteraner Rudel an den Menschen belegen sollen, eine Unterrichtung im Umweltausschuss.

Das geht aus einer Pressemeldung der niedersächsichen CDU-Landtagsfraktion vom 20.7.2016 hervor. (*1)  Dort heißt es (im Wortlaut):

“Entnahme” oder Schutzhunde in Goldenstedt?

Nachdem die Nordwestzeitung gestern darüber berichtete, dass die niedersächsische CDU-Landtagsfraktion die „Entnahme“ des „Goldenstedter-Problemwolfs“ beantragte (Wolfsmonitor berichtete, hier der Link!), wurden heute weitere Einzelheiten bekannt, denn CDU-Fraktionschef Björn Thümler äußerte sich in dieser Angelegenheit gegenüber der NWZ* (hier der Link!).

Kommentar:

Abgesehen davon, dass das sogenannte „surplus-killing“ – also das Töten von mehr Beutetieren, als zur eigentlichen Nahrungsbeschaffung nötig wären – allein noch kein „atypisches Verhalten“ darstellt (Marder und Füchse verfallen ebenfalls nicht selten in einen solchen „Rausch“), kann man als Leser den Eindruck erhalten, dass vor allem politisches Kalkül hinter der Forderung der CDU-Landtagsfraktion steckt. Denn durch den wiederholten „Aktionismus“, den die Landtags-CDU in letzter Zeit beim Thema Wolf an den Tag legt, wirkt leicht der Eindruck erweckt, als würden die Regierenden das Thema nicht in den Griff bekommen.

Jagd- oder artenschutz-politisches Wolfsschicksal?

Wie praktisch es sein kann, wenn jemand mehrere verantwortungsvolle Positionen gleichzeitig bekleidet, legt ein Bericht der „az-online“ über eine Kreisverbandsveranstaltung der CDU im niedersächsischen Hanstedt im Juni dar. Dort war Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft und agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, der Einladung zu einer Diskussion zum Wolf gefolgt. Die Veranstalter konnten so quasi „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“.