3 Antworten von Heino Krannich

Heino Krannich (Foto rechts mit seinem treuen Gefährten Watson, Foto: Heino Krannich) gilt weltweit als ausgewiesener und gefragter Experte für die ganz schwierigen Fälle, wenn es darum geht, Tiere einzufangen, sie durch die sanfte Methode der Distanznarkose zu betäuben und sie zu transportieren. In weit über 1.300 Fällen konnte er bisher seine fachlichen Qualitäten unter Beweis stellen und somit auch so manchen Besitzer eines entlaufenden Hundes von dessen Sorgen befreien. Ein Blick auf seine Webseite www.heino-krannich.de lohnt sich, es wird dem Leser sofort klar, dass hier jemand unterwegs ist, der weiß, wovon er spricht. Außerdem bezieht Heino Krannich hier regelmäßig Stellung zu tagesaktuellen und allgemeinen Begebenheiten. Im März 2015 war er bei dem Versuch dabei, den verhaltensauffälligen Wolf in Westniedersachsen dingfest zu machen. Die Aktion scheiterte zuletzt allerdings. Wolfsmonitor bat Heino Krannich zum Interview:

Umfrage zu Ängsten vor Wölfen

Bereits Charles Darwin beschrieb im Jahr 1872 sechs grundlegende Emotionen bei Menschen, die als Darwins „big six“ bekannt wurden. Demnach hat neben Freude, Überraschung, Traurigkeit, Ekel und Zorn die Angst einen prägenden Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden.

Wolfspetitionen – Zivilcourage im Internet

Ein weiteres Mal positionieren und organisieren sich mittelbar und unmittelbar Betroffene im Internet zum Wolf. Dieses Mal will man ihm Grenzen aufzeigen und setzt dabei auf die Unterstützung des Umweltministers und des Landtags in Niedersachsen. Auf „open Petition Deutschland“ befindet sich seit dem 17. April ein Aufruf an den Umweltminister, „dem Wolf Grenzen zu setzen – jetzt!“. Es geht dem Verfasser darum, die Bewegungsfreiheit des Wolfes durch geeignete „Abwehrmaßnahmen“ dahingehend einzuschränken, dass er sich nicht näher als 300 Meter an Wohnhäuser, Gehöfte und speziell Waldkindergärten (wir erinnern uns an den Vorfall in Goldenstedt (Vechta)) annähern dürfen soll.

Lückenhaftes Wolfs-Management?

Warum wird über die Rückkehr des Wolfes dort, wo er plötzlich auftaucht so aufgeregt und emotional diskutiert? Warum ist auch einem Ottonormalbürger wie mir das Thema so wichtig und warum glaube ich, nun auch noch meinen Senf zu einer Diskussion dazugeben zu müssen, bei der bereits alles ausdiskutiert zu sein scheint? Ausdiskutiert? …werden Sie sich jetzt vielleicht fragen?

Die Anzahl der Wölfe wird vermutlich rasant ansteigen

Der in den letzten Jahren nahezu linear verlaufende Anstieg der Wolfspopulation schwenkt aktuell in eine exponentielle Wachstumskurve ein. Gab es im Jahr 2004 gerade einmal ein einziges Rudel und ein Wolfspaar in Deutschland, so wurden fünf Jahre später bereits sieben Rudel und vier Paare gezählt. Im letzten Wolfsjahr 2013/2014, das Wolfsmonitoringjahr beginnt jeweils am 1. Mai eines Jahres und endet am 30. April des Folgejahres, wurden immerhin schon 25 Wolfsrudel, acht Wolfspaare und drei sesshafte Einzelwölfe nachgewiesen.

Anpfiff!

Das hatten sich die Verantwortlichen sicherlich etwas anders vorgestellt. Über zwei Wochen hinweg hielt ein vermeintlich junger Wanderwolf Anfang bis Mitte März 2015 die Behörden und Bevölkerung in Niedersachsen auf den Zehenspitzen. Zeitgleich zur 10-Jahresfeier des NABU-Projektes „Willkommen Wolf!“ streift ein vom Umweltministerium als „verhaltensauffällig“ bezeichneter Wolf“ durch mehrere Landkreise, macht zwischendurch einen Abstecher in die Niederlande und hält eine ganze Region in Atem.