März 2016 – Seite 4 – Wolfsmonitor

Monthly Archives: März 2016

Jim Brandenburg: Sind Wölfe verschlagen und böse?

„Einige Naturvölker glauben, dass die Fähigkeit der Wölfe, schwache oder dumme Tiere herauszupicken, auf mystischen oder übersinnlichen Fähigkeiten beruht. In der Tat erscheinen ihre Fähigkeiten selbst dem unbefangenen Beobachter übersinnlich, wahrscheinlich sind sie jedoch nichts weiter als die hochentwickelte Fähigkeit, mit allen Sinnen zugleich wahrzunehmen.

Dass Wölfe die Verwundbarkeit ihrer Beute wahrnehmen, sollte uns nicht überraschen. Wieso suchen sich Diebe nur bestimmte Menschen aus und lassen andere in Ruhe?

Übergabe von über 70.000 Unterschriften an Minister Wenzel zur „Rettung“ der Goldenstedter Wölfin

Heute Nachmittag übergibt Jan Olsson aus dem Landkreis Vechta über 70.000 Unterschriften an den niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel. Die Stimmen wurden in den letzten Wochen über eine Petitionsplattform im Internet unter dem Motto „Rettet den Wolf im Goldenstedter Moor in Vechta vor dem Abschuss und helft eine sachliche Diskussion zu fördern!“ zusammengetragen (Wolfsmonitor berichtete).

Doch die Aktion findet nicht nur Beifall. Der renommierte Sachbuchautor und Korrespondent für Kultur und Gesellschaft der WeltN24 GmbH Eckhard Fuhr zum Beispiel, merkte kürzlich hier auf Wolfsmonitor an, dass er eine solche Unterschriftenaktion „dumm und schädlich“ findet

MU-Info: Antworten zur Vergrämung

Heute, am 10. März, veröffentlichte das Niedersächsische Umweltministerium (MU) folgende zwei Antworten auf mündliche Anfragen von Abgeordneten zur Vergrämung (im Wortlaut):

A) Antwort auf die mündliche Anfrage: Inwieweit ist es wahrscheinlich, dass sich ein Wolf durch Vergrämungsmaßnahmen künftig dem Menschen gegenüber aggressiv und nicht scheu verhält?

Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel hat namens der Landesregierung auf eine mündliche Anfrage der Abgeordneten Hermann Grupe und Dr. Gero Hocker (FDP) geantwortet.

Posse um einen totgefahrenen Wolf

Als Posse bezeichnet man üblicherweise ein groteskes Ereignis, das sich öffentlich abspielt. Mir fällt allerdings gerade kein besseres Wort für das „Schauspiel“ ein, das sich derzeit in Burgwedel abspielt.


Am 15. April 2015 wurde ein Wolf in Höhe Berkhof bei Großburgwedel auf der A7 von einem Kraftfahrzeug überfahren. Es handelte sich dabei um den „Wanderwolf“, der zuvor halb Niedersachsen beunruhigte und auch den Niederlanden einen Besuch abstattete.

Wolfsfreunde nannten ihn „Kurt“. Zufälligerweise war er ein Bruder des Wolfes aus dem Munsteraner Rudel, der gerade einige Anwohner und Politiker in der Region Bergen-Munster vergrämt und in Anlehnung an seinen toten Bruder von seinen Befürwortern „Kurti“ genannt wird.

MU-Info: Umweltminister Stefan Wenzel und Jens Karlsson über die Aktion in Munster

Heute, am 8. März, gab das Niedersächsische Umweltministerium (MU) folgende Pressemeldung heraus (im Wortlaut):


„Umweltministerium und schwedischer Vergrämungsexperte: Wolfsrüde bei Munster zeigt ausgeprägtes Fluchtverhalten  – Dreitägige Aktion wird ausgewertet – Wolf bleibt unter intensiver Beobachtung

Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel hat am (gestrigen) Montagabend im Camp Reinsehlen bei Schneverdingen über die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem besenderten Wolfsrüden im Bereich Munster informiert.

„Kurti“ auffällig unauffällig!

Der schwedische Vergrämungsexperte Jens Karlsson vom „Swedish Wildlife Damage Centre“ war in den letzten drei Tagen auf der Fährte des vermeintlich verhaltensauffälligen Wolfes mit der wissenschaftlichen Bezeichnung MT06, wie der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel am Montagabend in Reinsehlen bei Schneverdingen im Beisein des Experten berichtete (*1).


Das Ergebnis: Der Wolf verhielt sich auffällig unauffällig und „überraschend scheu“. Er ließ Karlsson meistens nicht näher als 200 Meter an sich heran. Die Entfernung war letztlich zu groß gewesen, um außer einigen Zurufen wirksame Vergrämungsmaßnahmen durchzuführen.

Interessant ist die Vermutung, dass „Kurti“, wie Wolfsfreunde ihn nennen, dabei sogar in Begleitung eines zweiten Wolfes gewesen sein soll.

Das veranlasst mich nun zu einigen Mutmaßungen: