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Zeit zum Vergrämen!

Stellungnahmen, Einschätzungen und Ratschläge, wohin man auch schaut. Die niedersächsischen Wölfe sorgen erneut für breite Unruhe.
Eigentlich sind es zurzeit nur zwei, die so genannte „Goldenstedter Wölfin“ und ein besenderter Jungwolf aus dem Munsteraner Rudel, von Wolfsschützern im Internet liebevoll „Kurti“ genannt. Beide sind angeblich „auffällige“ Wölfe, bzw. „Problemwölfe“. Angeblich.

Wegen „Kurti“ wurde nun erstmals der Ernstfall ausgerufen. Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel lässt die so genannte „Entnahme“ des Munsteraner Jungwolfs vorbereiten. Jedoch nur für den Fall, dass „mildere Mittel“ wie zum Beispiel Vergrämungsmaßnahmen nicht greifen.

Bereits am heutigen Samstag treffen sich einige Experten,

Anmerkungen zur Sichtweise von Wolfcenter-Betreiber Frank Faß zur „Goldenstedter Wölfin“

Der Betreiber des Dörverdener Wolfcenters, Frank Faß, stellt in einem ausführlichen Statement auf der Webseite des Wolfcenters seine Sichtweise zur sogenannten „Goldenstedter Wölfin“ dar(*1).


Kommentar:


Die Auffassung von Frank Fass – und das stellt er durchaus richtig dar – ist nicht unumstritten. Gerade seine Schlussfolgerung: „Leider bleibt wohl nur nach Abwägung aller hier im Vorfeld dargestellten Möglichkeiten die lethale Entnahme des bestimmten Wolfes“, dürfte entsprechend weitere Diskussionen auslösen.
Letale Entnahme bedeutet Abschuss. Seinen vorgestellten Argumenten glaubend kann man durchaus zu solch einem Ergebnis kommen. So ganz unkommentiert möchte ich das jedoch nicht stehen lassen, es bedarf meines Erachtens einiger erklärender Worte, die auch zu einem anderen Ergebnis führen können.

Drei Anmerkungen möchte ich deshalb hinzufügen:

Neue Regeln im Herdenschutz ab heute wirksam!

Seit dem 26. November letzten Jahres gilt die „Richtlinie Wolf“ in Niedersachsen. Mit ihrem Inkrafttreten wurde den Haltern von Ziegen, Schafen und Gehegewild (in der Regel Damwild) ein Kalenderjahr eingeräumt, um einen entsprechenden wolfsabweisenden „Grundschutz“ vor Wolfsübergriffen in den Landkreisen, die zur „Förderkulisse Herdenschutz“ gehören, herzustellen.

Diese Präventionsmaßnahmen wurden vom Land bis zu 80 % gefördert. Das bleibt auch in Zukunft so. Geändert hat sich mit dem heutigen Tag die Verfahrensweise im Schadensfall. Wurde bis zum heutigen Tag kein Grundschutz geschaffen, erhalten die Tierhalter in den Landkreisen, die bereits seit dem 26.11.2014 zur Förderkulisse gehören, keine Schadensausgleichzahlungen mehr. Diese Schadensersatzgelder sind freiwillige Leistungen des Landes, sogenannte Billigkeitsleistungen, auf die grundsätzlich

Erneut Übergriff auf Schafherde im Landkreis Diepholz

Schäfermeister Klaus Menke scheint ein besonnener Mann zu sein. Nach einem Übergriff auf „seine“ Schafherde am letzten Freitag in Freistatt, dem 4 Schafe und eine Ziege zum Opfer fielen, weitere Tiere wurden verletzt, wählt er seine Worte gegenüber dem NDR mit Bedacht(*).
„Es können wildernde Hunde oder auch „der Wolf“ gewesen sein“, sagt er gegenüber dem Reporter.

Goldenstedter Wölfin: Unzureichender Herdenschutz!

Wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) heute in einer Pressemeldung mitteilte, können der „Goldenstedter Wölfin“ bisher 11 von insgesamt 35 Übergriffen auf Nutztiere in der Region Vechta und Diepholz zugesprochen werden. Zu 94 % sind diese Übergriffe auf „ungeschützten Weiden“ passiert und nur in zwei Fällen überwand die Wölfin den vorhandenen Grundschutz. Dort, wo der Grundschutz durch weitere Sicherheitselemente, wie z.B. Schutzhunde oder auch Schutzesel ergänzt wurde, fand bisher (Datum 14.11.2015) kein Übergriff statt.

Kommentar:


Selten konnten Weidetierhalter eine hörere finanzielle Unterstützung aus Steuergeldern beantragen als heute in den Wolfsgebieten, um ihren Zaunbau zu optimieren. Man muss es dann halt auch tun!

Bei allem Verständnis für die teils schwierige Situation der Nutztierhalter erscheint die Sachlage nach Bekanntwerden dieser Zahlen jedoch

Die Wölfin und der Hammer

„Wenn du als einziges Werkzeug einen Hammer hast, wirst du jedes Problem als Nagel betrachten“, sagte einst Mark Twain.
Dazu Bestsellerautor Rolf Dobelli: …„Jedermann ist Gefangener seiner wenigen Gedankenmodelle. Versuchen Sie deshalb, zwei oder drei zusätzliche Werkzeuge hinzuzufügen – Gedankenmodelle, die weitab Ihres Fachbereichs liegen.


Ich habe mir in den letzten Jahren eine biologische Sicht der Welt antrainiert und damit ein neues Verständnis für komplexe Systeme gewonnen. Ein Freund – Musiker – hat sich eine betriebswirtschaftliche Sicht angeeignet. Überlegen Sie sich, wo