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MU-Info: Niedersächsiches Umweltministerium weist Vorwürfe zurück

Heute, am 18. Juli, veröffentlichte das Niedersächsische Umweltministerium (MU) folgende Pressemitteilung (im Wortlaut):

Umweltministerium weist Vorwürfe zum Munsteraner Rudel zurück

Das Niedersächsische Umweltministerium hat die von der Opposition erhobenen und von einzelnen Medien berichteten Vorwürfe bezüglich des Umgangs mit den Wölfen aus dem Munsteraner Rudel und zum Wolfsmanagement in Niedersachsen schärfstens zurück­gewiesen: 

Wolfsexperte Boitani: “Kurtis” Verhalten war keineswegs unnatürlich!

Luigi Boitani, renommierter italienischer Wolfsforscher von weltweitem Ruf, äußerte sich für die aktuelle Ausgabe des „Spiegel“ zum Abschuss des Wolfes „Kurti“ alias “MT 6”.

Er verstehe das alles nicht, so Boitani gegenüber Spiegel-Redakteurin Julia Koch. Der Rüde habe sich in der letzten Zeit keineswegs unnatürlich verhalten. „Ein solches Tier zu töten, bevor man ernsthafte Anstrengungen unternommen hat, ihm die Distanz zum Menschen einzubläuen, ist nicht zu rechtfertigen, …eine Vergrämung sei ein langwieriges Unterfangen.“ (*1)

Wolfsabschuss hat juristisches Nachspiel

Der Abschuss eines jungen Wolfes aus dem Munsteraner Rudel, von Wolfsfreunden „Kurti“ genannt, von Wissenschaftlern als „MT 6“ bezeichnet, hat ein juristisches Nachspiel.

Die Partei „ETHIA“ mit Sitz in Hamburg gab am Wochenende bekannt, dass die Bundesvorsitzende der Partei, Bettina Jung, Strafanzeige gegen Umweltminister Wenzel aufgrund der Tötung von Wolf „Kurti“ gestellt hat.

Wolfsabschuss offenbart ein Dilemma

Mit dem ersten legalen Abschuss eines Wolfes in Deutschland wurde  – so der Eindruck, wenn man heute die offiziellen Reaktionen in der Presse darüber liest – scheinbar ein sehr dringliches Problem „gelöst“.

Mehrfach ist zu lesen, dass mit der „letalen Entnahme“ des Wolfes nun die gefährdete Akzeptanz in der Bevölkerung für die Rückkehr der Wölfe gewahrt bleibe. Insofern sei das Opfer hinnehmbar, wenn nicht vielleicht sogar notwendig gewesen.

Die Logik, die sich hinter solchen Aussagen verbirgt, ist dennoch nur eine vordergründig richtige Logik.

Minister Wenzel zum Wolfsabschuss:

Heute um 14.00 Uhr nahm Umweltminister Stefan Wenzel im Rahmen einer Pressekonferenz zum Abschuss von Wolf “Kurti” (MT6) wie folgt Stellung:

“Umweltminister Wenzel informiert über den toten Wolf MT 6: Wolfsmanagement auch in Zukunft mit großem Respekt vor der Natur und streng orientiert an den Maßgaben der gesetzlichen Vorschriften

Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel hat heute (Donnerstag) auf einer Pressekonferenz in Hannover darüber informiert, dass der besenderte Wolf aus dem Munsteraner Rudel (MT 6) am Mittwochabend im Landkreis Heidekreis im Rahmen einer Maßnahme zur Gefahrenabwehr letal entnommen wurde. Mitarbeiter des Wolfsbüros des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wurden bei der Maßnahme durch die Polizei und weitere Beauftragte unterstützt.

Dazu Umweltminister Stefan Wenzel:

Stellungnahme des Freundeskreises freilebender Wölfe zur MT 6- Entnahme

Mitteilung des Freundeskreises freilebender Wölfe e. V. zu den Entnahmeabsichten von Wolf MT 6 (“Kurti”) in Niedersachsen (im Wortlaut):

“Dem Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. ist aktuell bekannt, dass der besenderte Wolfsrüde MT6 aus dem Munsteraner Rudel einen Hund angegriffen und verletzt hat. Die DNA-Auswertung scheint momentan noch nicht abgeschlossen. Dem Anschein nach kann dieser Berichterstattung Glauben geschenkt werden.

Der Wolf MT6 ist sowohl vor als auch nach der Vergrämungsaktion durch den Schwedischen Experten Karlsson immer wieder durch Nahkontakte zu Menschen aufgefallen. Weiterhin haben wir Kenntnis davon genommen, dass der Wolf MT6 gegenwärtig Verhalten zeigt, dass auf sein Abwandern von seinem elterlichen Revier aus Munster schließen kann.