Wolf – Seite 98 – Wolfsmonitor

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Brandenburg: „Holla die Waldfee“!

„Holla, die Waldfee!“ …möchte man rufen, wenn man eine Geschichte wie diese liest, die jedes Journalistenherz höher schlagen lässt. Ein Jagdpächter, der intuitiv weiß, dass Wölfe für einen Übergriff verantwortlich sind und der sich darüber hinaus auch noch sicher ist, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis die ersten Wölfe die Autobahn überqueren und in Richtung Berlin wandern… .

Außerdem ein Tierarzt, der zur Sicherheit vor Wölfen im Wald einen Revolver trägt und glaubt, dass fünf bis acht Wolfsrudel in ganz Deutschland ausreichen.

6 neue Wolfsmeldungen

Im sächsischen Bautzen demonstrierten gestern rund 150 Menschen aus allen Teilen Deutschlands – darunter auch viele Schäfer – gegen das Verbot zum Abschuss von Wölfen. Wenige Meter davon entfernt saßen „Wolfsmanager“ in einem Tagungshotel, um sich über wirksame Herdenschutzmaßnahmen zu beraten.

Nur wenige Tage zuvor war man in Niedersachsen (Loccum) schon einen bedeutenden Schritt weiter (hier!). Da redete man miteinander! Und siehe da: Der Wolf scheint neben vielen anderen Problemen, z.B. den Flächenpreisen, den Düngebestimmungen, den Marktpreisen und vielen bürokratischen Auflagen nur eine von vielen Herausforderungen für die Schäfer zu sein.

Brandenburg sieht sich auf verhaltensauffällige Problemwölfe vorbereitet

Die Wolfs- und Herdenschutzmaßnahmen und -instrumente in Brandenburg werden ausgeweitet, heißt es in einer Pressemeldung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburgs (MLUL) vom vergangenen Freitag (hier im Wortlaut):

„Prävention und Schadensausgleich bei Wolfsübergriffen“

Vogelsänger: Prävention und Schadensausgleich bei Wolfsübergriffen werden neu ausgerichtet

WWF: „Ruf nach Wolfsabschüssen lenkt von eigentlichen Problemen ab“

In der sich aktuell verschärfenden Wolfsdebatte hat sich nun auch der WWF Deutschland eingeschaltet. In einer Pressemeldung der Umweltschutzorganisation vom 16. November heißt es (im Wortlaut):

„WWF zur Wolfsdebatte: Es braucht Lösungen für Nutztierhalter. / US-Studie: Abschüsse von Beutegreifern verschärfen das Problem.“

„Die Umweltschutzorganisation WWF fordert von der Politik in der aktuellen Wolfsdebatte ein klares Bekenntnis zum Existenzrecht der Wölfe in Deutschland.

Phantomdiskussion

Zurzeit wird wieder einmal „ordentlich“ Stimmung gegen die freilebenden Wölfe in Deutschland gemacht. Ein dabei häufig benutztes Argument: Die Zahl der Wolfsrisse sei in Deutschland heute mehr als zwanzigmal so hoch wie im Jahr 2002. Verschwiegen wird jedoch häufig: Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der Wolfsrudel in Deutschland versiebenundfünfzigfacht! Nicht zuletzt deshalb steht erneut der Vorwurf im Raum, einige Wortführer würden in der Diskussion jegliches Maß verlieren.

Verabschiedung einer „Dresdener Wolfsresolution“ durch CDU- und CSU-Politiker

Am 16. November tagten die umweltpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktionen von Bund und Ländern in Dresden. Zum Management des Wolfes in Deutschland wurde dort eine gemeinsame Resolution verabschiedet (die Pressemeldung der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages dazu im Wortlaut):

„Mehr Verantwortung von Bund und EU beim Wolf gefordert“ – CDU/CSU-Umweltpolitiker fordern bei Treffen in Dresden Regulierung der Wolfs-Population“